...du bist Programm


CampusTVMarburg Information:

Zweites Deutsches Fernsehen:

Das Zweite Deutsche Fern­se­hen sen­det seit dem 1. April 1963.

Zu­nächst wur­de not­dürf­tig auf ei­nem Bau­ern­hof in Esch­born pro­du­ziert, kurz da­rauf in Wies­baden.
1964 kaufte das ZDF dann ein groß­fläch­iges Ge­län­de auf dem Ler­chen­berg in Mainz, wo bis heu­te Pro­gramm ge­macht wird.
Neben einem 14-stöck­igen Ver­wal­tungs­ge­bäu­de aus den 70er Jah­ren fin­det sich hier auch der be­lieb­te ZDF-Fern­seh­gar­ten, so­wie seit 2009 'Die grü­ne Höl­le', ein hoch­kom­plex­es Nach­rich­ten­stu­di­o mit 3D-Techno­lo­gie.

[Quelle: wikipedia.de]
 
 
Fernsehen hautnah - CTV Marburg besucht das ZDF

CTVGruppenfotoZDF1

Besichtigung des Sendestudios und Besuch der Sendung 'WISO'
BLOG von unserem Redaktionsmitglied Agata Pilarska

Wenn man einen als äußerst seriös geltenden Fernsehsender wie das Zweite Deutsche Fernsehen besucht, darf man sich ruhig mal von seiner besten Seite zeigen. Also tausche ich meine Piercings und Totenköpfe gegen einen hübschen Seidenschal ein und beschließe, Mäuschen statt Paradiesvogel zu spielen. In Mainz angekommen, begegnete uns direkt eine wahre Legende – Claus Kleber! Allerdings nur digital in der Greenbox. Gern gesellen sich einige von uns für einen Erinnerungsschnappschuss dazu, bevor wir den ZDF Fanshop stürmen und feststellen, dass es offenbar genau so viele Mechandiseartikel wie Episoden der Mainzelmännchen gibt. Pünktlich holte uns ein freundlicher Mitarbeiter ab und zeigte uns nach ein paar Witzen aus der Konservendose - zu meinem persönlichen Entzücken auch den mit der Piercingträgerin und der Flughafenkontrolle- einen Film über das ZDF. Wie selbstreferenziell... ich bin beim Fernsehen und schaue eine Fernsehproduktion übers Fernsehen machen. Nach zwanzig Minuten begann nun der Rundgang – im wahrsten Sinne des Wortes, denn die bevorzugte Architektur ist kreisförmig, elliptisch oder sonst irgendwie eckenlos. Runde Dinge wirken nämlich größer vor der Kamera. Unter anderem begründet das übrigens den Schlankheitswahn der allgegenwärtigen Prominenz, denn die Kamera lässt nicht nur Räume, sondern auch Hüften breiter wirken. Als wir nun das Fernsehstudio betreten, fällt mir zunächst die gigantische Lichtanlage auf. Davon kann jede Großraumdisco nur träumen – die gesamte Decke hängt voller beängstigend großer Kästen. Vor jeder Show wird ein genau angepasstes Lichtprogramm abgespeichert, das dann während der Sendung je nach Position des Moderators abgespielt wird. Die Besichtigung endet zunächst im Regie Raum. Wir nehmen dort auf den Arbeitsplätzen von Regisseurin und Co. Platz und werden direkt in „unsere“ Aufgaben eingewiesen – ohne Knöpfchen drücken natürlich. Und auf einmal ist die Monitorwand gar nicht so unübersichtlich. Im WISO Studio angekommen freut sich Moderator Martin Leutke über das attraktive Campus TV Publikum. Wir sind nicht nur eine gern gesehene Abwechslung zum Kaninchenzuchtverein, sondern werden wie Kollegen behandelt. Das darf vor allem einer unserer Kollegen feststellen. Weil er mit einem lautstarkem „Ja!“ antwortet, als Herr Leutke fragt, ob Campus TV über interessantere Themenkomplexe berichtet als das ZDF, darf Hannes prompt vor die Kamera und eine kleine Probemoderation abliefern. Vor der Sendung erklärte der Moderator die wichtigste Regel fürs uns: Nicht in die Kamera winken – und schon gar nicht heimlich, denn „Heimlich Winker“ sind besonders peinliche Zuschauer. Allerdings genügt ihm klatschen und lächeln nicht, ausrasten ist gefragt. Und bloß nicht ins Pausengesicht verfallen! Als dann die Livesendung beginnt, stellt man schnell fest, dass das Team wie ein Uhrwerk funktioniert. Ob Kabelträger oder Kamerafrau – jeder Handgriff sitzt. Zwischen seinen Moderationen plaudert Martin Leutke mit dem Publikum, bekommt von der Maskenbildnerin liebevoll die Stirn gepudert und verfällt gelegentlich ins Pausengesicht. Wir schauen uns die Beiträge an und rasten auf Kommando aus. Die Sendung geht vorüber wie im Flug, besonders ein Beitrag über abstruse Weihnachtsgeschenke sorgt für Stimmung. Hoffentlich bekomme ich niemals eine singende Weihnachtstasse, wäre schade um die Person, die ich treffen könnte, wenn das Ding im hohen Bogen aus dem Fenster fliegt. Nach der Sendung schenkt Herr Leutke unserem Kollegen seine Moderationskarten und posiert mit uns für ein Erinnerungsfoto, bevor wir aus dem Studio gekehrt werden. Der Ausflug in die ZDF Welt endet mit einem Appell unseres Reiseführers: Er hofft, dass sich der ein oder andere von uns nicht mehr so sehr über die dreimonatige Rechnung der GEZ ärgert. Ich persönlich würde mich mehr freuen, wenn das ZDF Werbung machen und mir diese Unmenschen vom Hals halten würde. Als ich mich am nächsten Tag Dank der ZDF Mediathek im WISO Studio sehe, muss ich schmunzeln. Hannes hat vielleicht seine Berufung gefunden – ich allerdings packe lieber den Seidenschal weg und mache meinen Ring wieder in die Nase.

 
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